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Wandern in der Schwangerschaft – Das solltest du beachten!

Wandern in der Schwangerschaft - Titel

Das Ende meiner Schwangerschaft steht kurz bevor. Wir warten im Grunde jede Minute darauf, dass es los geht. Ein Grund für mich also, einmal die letzten 10 Monate Revue passieren zu lassen und herauszufinden, warum mir wandern in der Schwangerschaft so gut getan hat und was du dabei beachten solltest, wenn du Wanderungen auch während der eigenen Schwangerschaft in Erwägung ziehst:

Warum Wandern in der Schwangerschaft die ideale Sportart ist um dich fit zu halten! 

Wandern in der Schwangerschaft - Naturnser Waalweg

Schwangerschaft ist keine Krankheit! Du kannst genau die gleichen Dinge machen, wie vorher auch, wenn du ein paar Dinge beachtest (genaueres dazu weiter unten). Warum aber tut das Wandern so unglaublich gut und warum ist es gerade in der Schwangerschaft so empfehlenswert? Dafür kann ich dir viele Gründe geben:

1. Wandern ist etwas, was du bis fast zum Ende deiner Schwangerschaft machen kannst

Weil du dein eigenes Tempo bestimmen und auch die Route sowie die Länge der Wanderung frei wählen kannst, kannst du dich immer wieder an deine eigenen körperlichen Gegebenheiten anpassen. So wie sich dein Körper und dein Bauch während der Schwangerschaft verändern werden, so wird sich auch dein Wanderverhalten im Laufe der Zeit ändern.

Klar, ganz am Ende wird es zunehmend beschwerlicher und gerade jetzt kurz vor der Geburt kommt mir das Treppen steigen hier in unserem Haus schon vor wie die Besteigung des Mount Everests aber die meiste Zeit war es während meiner Schwangerschaft wirklich problemlos möglich, Wandern zu gehen.

2. Wandern ist sehr gesund und hilft in der Schwangerschaft fit zu bleiben

Draußen an der frischen Luft zu sein ist super für deinen Körper. Die frische Luft wird dir immer wieder gut tun. Außerdem ist es in der Schwangerschaft ganz wichtig aktiv und in Bewegung zu bleiben, denn das hält dich fit und beweglich. Beides ist eine super Vorbereitung für die anstehende Geburt.

3. Wandern ist keine gefährliche Sportart

Viele Sportarten sind für Schwangere ungeeignet. Dazu gehören alle Sportarten, bei denen du dich körperlich schnell verletzt oder einen Ball abbekommen könntest. Neben Schwimmen und Yoga ist Wandern jedoch eine der sichersten Sportarten für Schwangere, weil das Verletzungsrisiko bei richtigem Wanderverhalten sehr gering ist.

Du kannst das Wandern außerdem deinen individuellen Gegebenheiten hervorragend anpassen und gefährdest so weder dich noch dein ungeborenes Kind

4. Reduziere Stress durchs Wandern

Auch in der Schwangerschaft können wir oft gestresst sein. Der ohnehin schon oft stressige Arbeitsalltag wird nun auch noch ergänzt durch neue Sorgen und Dinge, die uns während der Schwangerschaft belasten. Stress lässt sich leider nicht immer komplett vermeiden. Umso wichtiger ist es, einen Ausgleich dafür zu schaffen und immer mal wieder zu entschleunigen.

Wandern ist dafür die ideale Sportart. Du entfliehst deinem gewohnten Alltag und kannst den Kopf frei bekommen. So kannst du deine Batterien aufladen und neue Kräfte tanken.

Es wurde nachgewiesen, dass dem Baby die schaukelnden Bewegungen beim Wandern gut tun und es sogar beruhigen. Du kannst dir also sicher sein, dass du dir bei einer Wanderung nicht nur selbst sondern auch deinem Kleinen etwas Gutes tust und ihr euch beide gut voll Alltags-Stress erholen könnt.

Auf was du beim Wandern in der Schwangerschaft achten solltest

Wandern in der Schwangerschaft - Schenna Waalweg

Prinzipiell gelten für Schwangere die gleichen Regeln wie beim normalen Wandern auch, aber auf einige Dinge solltest du besonders bzw. zusätzlich achten:

Hab ausreichend Wasser dabei

Noch wichtiger als sonst: Hab immer ausreichend Wasser dabei! Du musst zwei Körper versorgen und durch die erhöhte Atmung und eine erhöhte Blutmenge im Körper, benötigt dein Körper in der Schwangerschaft noch mehr Flüssigkeit als sonst. Nimm also noch mehr Wasser mit, als du es beim Wandern eh schon machst und achte darauf, dass du nicht dehydrierst.

Je höher du wandern gehst umso trockener wird auch die Luft was natürlich die benötigte Flüssigkeitsmenge erhöht. Beachte dies auf jeden Fall schon vorher und plane es mit ein.

Wassermangel behindert den Bluttransport im Körper und somit die Sauerstoffversorgung für dich und dein Kind. Trinke regelmäßig und vor allem immer bevor der Durst kommt!

Wandere weniger Höhenmeter

Achte bei der Wahl deiner Wanderroute auf jeden Fall darauf, dass sie nicht allzu viele Höhenmeter hat. Auf ebener Strecke wirst du schon langsamer sein, als du es normalerweise von deinem Körper gewöhnt bist, aber wenn es dann auch noch bergauf geht, könnte dich das an deine Grenzen kommen lassen.

Beim Wandern in der Schwangerschaft geht es nicht darum sportliche Höchstleistungen zu erbringen, sondern zu genießen und zu entspannen. Dem Alltag zu entfliehen und dem Körper Ruhe und Kraft zu geben.

Stelle sicher, dass du genug Toiletten ansteuern kannst

Klar, in der Natur findest du immer irgendwo ein „stilles Örtchen“ aber manchmal kann es auch sehr nervig sein, nach nicht einsehbaren Büschen zu suchen wenn die Blase mal wieder drückt. Und das kommt leider, besonders in der Schwangerschaft, sehr sehr häufig vor.

Eine drückende Blase kann beim Wandern wirklich nerven und lässt schnell neuen Stress aufkommen, den wir ja durch das Wandern eigentlich verringern wollten. Schau daher immer, dass du eine Route wählst bei der es viele Einkehrmöglichkeiten oder sonstige Toiletten gibt.

Kleine Pausen sind sowieso etwas, was du beim Wandern in der Schwangerschaft öfter als sonst einplanen solltest. Da kommen Einkehrmöglichkeiten doch gerade gelegen.

Habe ausreichend Snacks dabei

Dein Körper braucht in der Schwangerschaft und vor allem bei körperlicher Betätigung mehr Kohlenhydrate als sonst. Die Schwangerschaft ist keine geeignete Zeit um auf seine Linie zu achten. Nimm daher ausreichend Kohlenhydrate zu dir, denn sie liefern dir viel Energie, die du gerade bei körperlicher Aktivität gut gebrauchen kannst.

Denke immer daran: Dein Kind holt sich immer das, was es braucht. Du bist am Ende diejenige, die leer ausgeht. Sorge deshalb immer dafür, dass dein Körper gut mit allem versorgt ist, was er so braucht!

Ich war mehrere Male während meiner Schwangerschaft in der Situation, dass mir die Energie ausging. Glücklicher Weise nicht beim Wandern aber so eine Unterzuckerung wünsche ich wirklich niemandem und das schon gar nicht irgendwo an einer Stelle an der es weit und breit nichts zu Essen gibt.

Wandern in der Schwangerschaft

Achte noch mehr auf gutes Schuhwerk

Gutes Schuhwerk ist natürlich auch beim normalen Wandern das A und O. Wenn du auf allen Equipment-Kram verzichten willst, ist das absolut kein Ding aber auf gute Wanderschuhe solltest du auf gar keinen Fall verzichten – vor allem nicht in der Schwangerschaft.

Deine Füße sind, auf Grund des gestiegenen Gewichts in der Schwangerschaft,  noch mehr belastet als sonst und gerade deshalb ist es wichtig, dass sie von guten Schuhen gestützt werden und ihnen so ein wenig Entlastung geboten wird.

Wähle kurze Strecken

Wandere erst einmal recht kurze Strecken. Wenn du merkst, dass du doch noch längere schaffst, kannst du immer noch verlängern. Besser so rum, als wenn du los läufst und irgendwann mitten drin merkst, dass einfach nichts mehr geht. Im schlimmsten Fall musst du es dann nämlich doch aus eigener Kraft irgendwie wieder zurück schaffen.

Am Ende des Artikels verlinke ich dir einige Wanderungen, die ich während der Schwangerschaft gemacht habe und bei denen ich mir sicher bin, dass auch du sie schaffen wirst. Auch wenn du nicht in den genannten Wandergebieten unterwegs bist, bekommst du trotzdem ein wenig ein Gespür dafür, welche Art von Wanderung sinnvoll ist und welche Gegebenheiten für Schwangere optimal sind.

Mache immer wieder Pause

Auch das ist etwas, was beim normalen Wandern wichtig ist. Allerdings ist es während der Schwangerschaft noch viel viel wichtiger. Mache auch mal Pause, wenn du noch gar nicht das Gefühl hast eine Pause machen zu müssen. Schone deine Kräfte und teile dir deine Energie gut ein. Erschöpfung kommt manchmal wie aus dem Nichts und ohne große Vorankündigung. Wenn du mit deiner Energie gut Haus hältst, schaffst du locker eine kleine oder auch eine etwas größere Wanderung.

Wandere langsam und im eigenen Tempo

Lass dich auf gar keinen Fall von deinen Mitwanderern hetzen. Du bestimmst IMMER dein eigenes Tempo – egal ob schwanger oder nicht. Andere, die vielleicht schneller sind, können im Notfall irgendwo auf dich warten, aber es bringt nichts, dich völlig auszupowern.

Wie schon vorher erwähnt, fällt dir das Atmen in der Schwangerschaft deutlich schwerer. Das zusätzliche Gewicht belastet deinen Körper und vor allem deine Kondition, die in der Schwangerschaft immer mehr eingeschränkt wird.

Durch das Baby in deinem Bauch werden viele Organe aus ihrer ursprünglichen Position verdrängt und können so auf die Lunge drücken, was deine Atmung erschwert. Dein Puls sollte nicht mehr als 145-150 Schläge pro Minute haben. Das kannst du ganz leicht mit einer Pulsuhr überprüfen oder einfach noch genauer in dich hinein hören. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich es sehr schnell selbst merke, wenn ich meinen Körper überfordere. Dann einfach einen Gang zurück schalten, langsamer gehen oder eine Pause machen.

Wandern in der Schwangerschaft - Gruentensee

Wandere nicht in Gebieten, die über 2000 Metern liegen

Wanderungen oberhalb von 2000 Metern solltest du, aus gesundheitlichen Gründen während der Schwangerschaft vermeiden, denn hier oben ist die Luft sehr dünn und das kann die Sauerstoffversorgung für dich und dein Kind einschränken und gefährlich werden.

Das Atmen fällt dir in der Schwangerschaft ohnehin schon schwerer als sonst, weil du quasi für zwei atmest, dann musst du nicht auch noch die Luftzufuhr einschränken. Natürlich hängt das auch alles damit zusammen, wie fit du im Allgemeinen bist, wie viel dein Körper gewöhnt ist und welche Lungenkapazitäten du hast.

Bevor du aber irgendwelche Abenteuer planst solltest du so etwas erst mal mit deinem Arzt abklären um auf Nummer sicher zu gehen. Risiken solltest du in der Schwangerschaft nicht eingehen.

Sicherheit geht immer vor

Apropos Risiken – versuche auf Experimente, Klettereinheiten oder Wege auf denen Trittsicherheit vorausgesetzt ist, zu verzichten. Riskiere nicht zu stürzen, denn damit gefährdest du dich und dein Kind.

Wandere nicht alleine und lasse deine Wanderbegleiter den schweren Rucksack tragen. Du trägst schon genug Gewicht mit dir herum, so dass du deinen Körper nicht noch durch zusätzliches Gewicht belasten musst.

Immer wichtig: Höre genau darauf, was dein Körper dir sagt. Wähle lieber eine kürzere/leichtere Tour als dich zu übernehmen oder deinen Körper zu überfordern! Du wirst es in den Tagen danach zu spüren bekommen, wenn du deinem Körper zu viel zugemutet hast!

Die Schwangerschaft ist nicht die Zeit in der du deinen Körper zu Höchstleistungen fordern solltest. Es geht eher darum, in Bewegung zu bleiben und draußen an der frischen Luft zu sein.

Besonders in der Schwangerschaft gilt: Wandern ja aber mit noch mehr Ruhe und Gelassenheit und vor allem mit noch mehr Genuss!

Wandern in der Schwangerschaft - St Hippolyth

Weiterführende Links und Tourenvorschläge

Gibt es Tipps oder Verhaltensweisen die ich für das Wandern in der Schwangerschaft vielleicht vergessen habe? Hinterlass gerne einen Kommentar unter dem Bericht!

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast uns hier auf unserem Blog zu besuchen. Falls es dir gefallen hat freuen wir uns wie immer darüber wenn du anderen davon erzählst!

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