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7 Dinge, die wir von Cheryl Strayed und „Der große Trip“ über das Wandern lernen können

Pacific Crest Trail - Cheryl Strayed - Der grosse Trip - Rezension

Dieser Artikel enthält Werbe-Links und/oder werbende Inhalte. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier.


Meine Bücherliste ist immer unendlich lang, aber in diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, mir definitiv wieder mehr Zeit zum Lesen zu nehmen! Das erste Buch, welches ich mir Anfang des Jahres vorgenommen habe, ist das Buch Der Große Trip von Cheryl Strayed.

Es handelt sich dabei nicht um einen ausgedachten Roman, sondern tatsächlich um eine wahre Geschichte:

In Cheryls Leben ist in den letzten Jahren so einiges schief gelaufen: Ihre Mutter starb an Krebs, ihre Ehe ging daran kaputt und schließlich landet sie in der Drogenszene. Irgendwann hat sie von all dem genug und entdeckt an der Supermarktkasse einen Wanderführer über den PCT (Pacific Crest Trail). Das ist der Auslöser dafür, dass sie ihr komplettes Leben über den Haufen wirft, ihr gesamtes Hab und Gut verkauft und sich dazu entscheidet, diesen Trail ganz alleine zu wandern.

Nach ihrer Wanderung, entschied sich Cheryl dafür, das Buch Der Große Trip zu schreiben und ihre Erlebnisse darin für uns festzuhalten. Eine super Entscheidung, wie ich finde, denn das Buch bietet so viele Dinge, die wir über das Wandern lernen können:

Das lernen wir über den Pacific Crest Trail

Was mir ganz besonders gut am Buch von Cheryl Strayed gefällt ist, dass man nicht nur etwas über ihre eigene Geschichte und ihre Erlebnisse und Begegnungen während der Wanderung lernt, sondern zusätzlich auch sehr viel Hintergrundwissen über den Pacific Crest Trail:

Beim PCT handelt es sich um einen Fernwanderweg, der insgesamt 4279 Kilometer lang ist. Er verläuft durch den Westen der USA. Der südlichste Endpunkt des Wanderwegs liegt direkt an der mexikanischen Grenze und im Norden verläuft er bis zur kanadischen Grenze. Somit durchzieht er den gesamten Westen der Vereinigten Staaten.

Dabei verläuft er durch einige Gebirgsgebiete, wie zum Beispiel der Sierra Nevada in Kalifornien. Der höchste Punkt, der zu überqueren gilt ist der Forester Pass, der auf 4.009 Metern Höhe liegt.

Viele Wanderer versuchen sich jedes Jahr an einer kompletten Wanderung oder wagen sich zumindest an Teilabschnitte heran. Auch Cheryl wanderte nicht den kompletten Wanderweg sondern nur einen sehr großen Teil davon.

Nach dem Erscheinen von Der Große Trip, wurde der PCT in den letzten Jahren extrem gehyped und als „Kur“ für verzweifelte Menschen gesehen. Dabei macht Cheryl immer wieder darauf aufmerksam, dass diese Wanderung alles andere als ein Spaziergang ist und sehr gefährlich werden kann, wenn man nicht entsprechend vorbereitet ist.

Der große Trip – Gründe für eine lange Wanderung

Gründe für eine solche Wanderung gibt es viele. Manche Menschen, wie Cheryl, haben einen Schicksalsschlag erlebt und ihr Leben ist von der Bahn abgekommen. Auf der Wanderung möchten sie wieder zu sich selbst finden und hoffen, danach ein besseres Leben führen zu können.

Andere suchen eine neue Herausforderung oder möchten sich selbst beweisen, dass sie eine so lange und anstrengende Wanderung tatsächlich durchhalten. Es ist also eher eine sportliche Herausforderung für sie. Diese Menschen haben meist keine Probleme in ihrem Leben, die sie durch die Wanderung lösen möchten.

Wieder andere möchten einfach mal etwas Neues erleben und aus ihrem normalen Alltag ausbrechen. So etwas kennt man ja auch von Anderen, die auf Weltreise gehen oder komplett auswandern. Sie sind vielleicht gelangweilt von ihrem Leben und möchten einfach etwas Neues erleben.

Was wir über Minimalismus beim Wandern lernen können

Cheryl hat bei ihrer Wanderung ihr so genanntes „Monster“ mit dabei. So bezeichnet sie ihren Rucksack, den sie anfangs viel zu schwer gepackt hat und unter dessen Gewicht sie ganz schön leiden muss.

Natürlich gehört zu jeder Wanderung eine gewisse Menge Gepäck. Alleine schon die Flüssigkeit, die man dabei haben sollte, wiegt ja einiges. Wenn man nun auch noch ein Zelt, Essen und viele andere Dinge mitnehmen muss, die man zum Überleben braucht, kommt da schon mal eine ganze Menge an Gewicht zusammen.

Mit einem anderen Wanderer auf dem Trail packt Cheryl aber an einem Tag den ganzen Rucksack aus und er hilft ihr hier zu mehr Minimalismus. Er sortiert so einiges aus, was auf dem Trail absoluter Luxus wäre und auf das man getrost verzichten kann.

Minimalismus sollte für uns beim Wandern immer wichtig sein! Nicht nur bei langen Mehrtageswanderungen sondern auch bei Tageswanderungen. Umso mehr Gepäck wir tragen müssen, um so anstrengender wird die Wanderung am Ende für uns und vor allem auch für unsere Gelenke, unseren Rücken und unsere Füße.

Der große Trip – Gute Vorbereitung ist unerlässlich

Gerade bei einer so langen Tour wie der PCT Wanderung, ist es unheimlich wichtig, sich entsprechend vorzubereiten. Dazu gehört das Lesen von Büchern um sich über den Weg selbst zu informieren aber auch über die möglichen Gefahren und Tipps und Hinweise, wie man in solchen Situationen reagieren sollte.

Natürlich sollte man sich auch körperlich gut vorbereiten auf die Anstrengungen, die vor einem liegen. Dazu gehört natürlich ein gewisses Fitness-Level. Man sollte in jedem Fall vorher trainieren mit einem großen Rucksack inkl. Gepäck zu wandern.

Die Vorbereitung des entsprechenden Gepäcks ist natürlich auch empfehlenswert. Sei dabei, wie oben beschrieben, auf jeden Fall so minimalistisch wie möglich.

Eine tolle Packliste für eine Mehrtageswanderung habe ich übrigens bei Jessie Fröde auf dem Blog Bunterwegs gefunden. Sie wandert übrigens alleine von Hamburg nach Nepal… super beeindruckend und sehr empfehlenswerter Blog!

Frauen können auch alleine wandern

Pacific Crest Trail - Cheryl Strayed - Der grosse Trip

Apropos alleine wandern als Frau: Viele Frauen scheuen sich davor, alleine loszuwandern, weil sie Angst haben, ihnen könnte etwas passieren oder sie seien nicht stark genug für so ein Abenteuer.

Es ist für viele Menschen außerdem immer noch unvorstellbar, dass es Frauen gibt, die alleine wandern oder reisen. Dass das Alleine Wandern als Frau gar nicht so schwer ist, habe ich mal in einem Gastartikel auf Pink Compass erklärt. Schau auf jeden Fall dort vorbei, wenn dich das Thema interessiert.

Generell finde ich, auch wenn man alleine wandert oder reist, heißt das nicht, dass man wirklich alleine ist! Auf jeder Reise oder Wanderung trifft man auch andere Menschen. Während meiner Australien Reise in 2012 war ich eigentlich gar nicht alleine, obwohl ich alleine dort hin gekommen bin. Der Vorteil daran, andere Menschen beim Wandern kennen zulernen, ist, dass man ja schon mal eine Gemeinsamkeit hat über die man sich austauschen kann, auch wenn man sich vielleicht in einer anderen Situation nicht unterhalten hätte.

Besonders auf die kleinen Dinge kommt es beim Wandern an

Aus dem Buch von Cheryl Strayed lernst du außerdem, wie wichtig auch die kleinen Dinge im Leben und beim Wandern sind. Wir lernen diese wieder viel mehr zu schätzen und zelebrieren diese so richtig. Beim Wandern ist man eben auf das Nötigste reduziert.

Bei Cheryl sind es zum Beispiel Dinge wie eine bestimmte Limonaden-Marke, auf die sie sich bei jedem Stop in der „Zivilisation“ freut. Diese Limonade hat sie in ihrem normalen Leben sicherlich ganz selbstverständlich immer wieder getrunken. Jetzt, auf dem Wanderweg, hat sie nicht oft Gelegenheit dazu und genießt jeden einzelnen Tropfen der Limo!

Eine solche Wanderung kann uns wieder ins Bewusstsein rufen, auf was es im Leben wirklich ankommt und was uns wirklich wichtig ist!

Cheryl lehrt uns Flexibilität

Als letzten Punkt möchte ich noch erwähnen, dass wir von diesem Buch lernen können, dass man beim Wandern flexibel sein muss und sich an die Gegebenheiten anpassen muss.

Nichts ist zu 100% planbar. Gerade bei einer so langen Wanderung kann immer wieder etwas Unvorhergesehenes passieren, mit dem wir nicht gerechnet haben: Das Wetter kann plötzlich umschlagen, der Wanderweg kann aus diversen Gründen plötzlich nicht mehr passierbar sein, wir können krank werden etc… die Liste der Dinge, die passieren können ist schier unendlich.

Deshalb ist es unglaublich wichtig, dass wir beim Wandern flexibel sind und uns nicht auf etwas versteifen, was wir unbedingt machen wollten. Wenn wir uns den Gegebenheiten anpassen, sind wir auf jeden Fall immer besser dran, als wenn wir auf Teufel komm raus an unserem ursprünglichen Plan festhalten wollen.

Fazit zu „Der große Trip“

„Ich war am Ziel. Ich hatte es geschafft. Es erschien mir jetzt wie eine Kleinigkeit und etwas Gewaltiges zugleich, wie ein Geheimnis, dass ich mir immer wieder selbst erzählte, obwohl ich seine Bedeutung noch nicht kannte.“

So beschreibt Cheryl am Ende von Der große Trip“ das Ende ihrer Wanderung.

Und genau so würde ich auch das Erreichen eines Gipfels beschreiben. Dieses unglaubliche Gefühl, es tatsächlich geschafft zu haben! Das macht einen so unfassbar stolz! Auch wenn der Weg zu diesem Ziel extrem schwer, anstrengend und Kräfte zehrend war, es hat sich gelohnt! Wir sind an uns selbst und den Herausforderungen, denen wir uns gestellt haben, gewachsen! Das kann uns niemand mehr weg nehmen, denn diese Erfahrung hat sich für immer in unser Gehirn gebrannt und wird uns das gesamte restliche Leben begleiten.

Ich habe dieses Buch verschlungen, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, jemals diesen krassen Wanderweg zu wandern. Schon gar nicht alleine als Frau. Es hat mir aber gezeigt, dass alles möglich ist, wenn man es nur will. Man wird einen Weg finden, es möglich zu machen!

In vielen Situationen konnte ich mich auch selbst in Cheryl wiederfinden. Was ich vor allem gelernt habe ist, dass es wichtig ist, niemals aufzugeben und an das zu glauben, was man erreichen möchte. Das gilt nicht nur fürs Wandern sondern kann auf das gesamte Leben bezogen werden!

Der Große Trip – der Film

Direkt nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, habe ich den Film geschaut und muss sagen, dass ich positiv überrascht war. Man kennt das ja: Buchverfilmungen sind meist nicht so gut wie die dazugehörigen Bücher.

Dieser Film jedoch hat mich echt berührt, weil eben das Meiste fast genau so dargestellt wurde, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das haben bisher nur sehr wenige Buchverfilmungen geschafft.

Es gab so viele Szenen, in denen ich mich wiederfinden konnte:

Vor allem der Anfang, an dem sie losläuft und sich nach nur wenigen Metern erschöpft umdreht. Das hat mich so sehr an meine erste Wanderung erinnert und dieser Moment war im Film irgendwie viel eindrücklicher als im Buch und so ähnlich meiner eigenen Situation damals!

Zwischendrin gibt es mehrere Situationen in denen Cheryl aufgeben möchte. Ich konnte es in jedem einzelnen Moment komplett nachempfinden und hätte es verstanden, wenn sie gesagt hätte „Leute das wars, ich hör auf„.

Hat sie aber nicht. Sie hat weiter gekämpft, so wie auch ich das schon bei vielen Wanderungen gemacht habe! Und so, wie Cheryl am Ende immer mit tollen Ausblicken belohnt wurde, wurde auch ich immer wieder aufs Neue belohnt.

Der Film zeigt eindrucksvoll, welche Wirkung die Natur auf uns haben kann! Sie kann unser ganzes Sein, unser Denken, unser Leben beeinflussen, wie kaum etwas anderes auf der Welt!

Was mir im Film ein wenig gefehlt hat, sind die vielen Menschen, die Cheryl während ihrer Wanderung trifft. Davon werden nur ganz wenige im Film gezeigt und ich finde schon, dass sie eine größere Rolle getragen haben, als ihnen im Film beigemessen wurde.

Aber ein Film ist eben zeitlich sehr begrenzt und die Macher müssen sich auf das Wesentliche konzentrieren. Dafür war es wirklich toll umgesetzt!

Hast du selbst „Der große Trip“ gelesen oder den Film gesehen? Was hast du daraus für dich selbst gelernt?

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast uns hier auf unserem Blog zu besuchen. Falls es dir gefallen hat freuen wir uns wie immer darüber wenn du anderen davon erzählst!

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Blogger, Travel Addict, Hiking-Enthusiast, Part Time Photographer, Book Lover, Hobby Chef, Language Learner

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